Kondition und Ausdauer verbessern:
Bewegungsmangel führt zum Abfall der körperlichen und geistigen Leistungskapazität.
Mit einem Training von nur 3x wöchentlich 20-30 Minuten stärken Sie bereits
Ihr Herz- Kreislaufsystem und damit Ihre Kondition und Ausdauer nachhaltig.
Eine stabile Fitness und Kondition erreicht man nur durch vernünftig aufgebautes Training.
Daher ist es wichtig, mit der richtigen Belastungsintensität,
d.h. innerhalb Ihrer persönlichen Herzfrequenz-Zielzonen, zu trainieren.
So können Sie durch effizientes Training Ihre Fitness gezielt verbessern.
Optimale Trainingsgeräte zur Verbesserung von Kondition und Ausdauer
sind
Heimtrainer,
Ergometer,
Laufbänder,
Stepper,
Rudergeräte
und
Crosstrainer.
Kontrolliert Gewicht abnehmen:
Die kontrollierte Gewichtsabnahme hängt sehr eng mit der
Verbesserung
von Kondition und Ausdauer zusammen. So sind zum Beispiel die zu
empfehlenden Trainingsgeräte die selben. Die intensivsten Fat-Burner
sind sicherlich die Cross-Trainer, da bei Ihnen der gesamte Körper
beansprucht
wird und dadurch am meisten Fett verbrannt wird. Im Unterschied zum
Konditions-
und Ausdauertraining wird bei der Gewichtsreduktion etwas "lockerer"
trainiert,
d.h. die Trainingsintensität ist ca 10-15% geringer.
Herzfrequenzgesteuertes Training:
Ein Training bei einer
Herzfrequenz von 50-60% Ihrer maximalen
Herzfrequenz
(rechnen Sie 220 minus Ihr Lebensalter) fördert die Stabilisierung Ihrer
Gesundheit. Dabei handelt es sich um leichtes Training (z.B. rasches
Gehen
oder lockeres Training auf einem
Heimtrainer), das jedoch schon
einen
gesundheitlichen Nutzen bringt.
Wenn Sie die
Herzfrequenz auf 60-70% Ihrer maximalen
Herzfrequenz
steigern,
betreiben Sie ein Training zur Aktivierung des Fettstoffwechsels.
Diese Herzfrequenz ist gut für die Fitness und fördert die
Gewichtsreduktion.
Ein Training bei 70-85% Ihrer maximalen Herzfrequenz eignet sich
zur Verbesserung der Fitness. Hier ist das Training schon
anstrengender,
aber es lohnt sich - vorausgesetzt, Sie haben Spaß daran.
Anaerobes Training, d.h. Training über 85% Ihrer maximalen
Herzfrequenz
führt zu einer Übersäuerung der Muskulatur, da der Körper nun nicht
mehr
ausreichend Sauerstoff zur Verfügung bekommt.
Deshalb ist anaerobes Training nur für wettkampfspezifisches
Training empfehlenswert.
Die nachfolgende Tabelle gibt eine nach Alter gestaffelte Übersicht
über die 3 beschriebenen Herzfrequenz-Zielzonen.
Sie hilft Ihnen dabei, den für Ihre Zielsetzung richtigen
Zielzonenbereich
zu ermitteln. Messen Sie Ihre Herzfrequenz entweder mit den bei den
meisten
Geräten beigefügten Ohrclips (leider relativ ungenau) oder besser
mit
einem
Herzfrequenzmessgerät, das Ihre Herzfrequenz EKG-genau bestimmen
kann.
| Alter | Maximale Herz Frequenz |
stabile Gesundheit | aktiver Fettstoffwechsel | verbesserte Fitness |
| 25 | 195 | 97-117 | 117-136 | 136-165 |
| 30 | 190 | 95-114 | 114-133 | 133-161 |
| 35 | 185 | 92-111 | 111-129 | 129-157 |
| 40 | 180 | 90-108 | 108-126 | 126-153 |
| 45 | 175 | 87-105 | 105-122 | 122-148 |
| 50 | 170 | 85-102 | 102-119 | 119-144 |
| 55 | 165 | 82-99 | 99-115 | 115-140 |
| 60 | 160 | 80-96 | 96-112 | 112-136 |
| 65 | 155 | 77-93 | 93-108 | 108-131 |
| Mit zunehmendem Alter nimmt die maximale Herzfrequenz ab. | ||||
Fitness - Krafttraining:
Krafttraining bringt mehr als gute Formen.
Der Mensch verliert zwischen dem 30. und 70. Lebensjahr
bis zu 40% seiner Muskelmasse; dieser Verlust an Muskulatur
bewirkt eine deutliche Minderung der Kraftfähigkeit.
Die Funktion des Menschens ist jedoch in hohem Maße von
einer leistungsfähigen Muskulatur abhängig; sie nimmt wichtige
Aufgaben innerhalb des Stoffwechselsystems wahr. Ebenso ist der
passive Teil des Bewegungsapparates wie Knochen, Gelenke, Knorpel,
Bänder und Sehnen auf eine optimal arbeitende Muskulatur angewiesen.
Diese Erkenntnisse zeigen bereits, daß ein Fitneß-Krafttraining
nicht nur hinsichtlich seiner kosmetischen Auswirkungen im Sinne
des Bodybuildings beurteilt werden darf. Der positive Einfluß des
Fitness - Krafttrainings muß vielmehr im vorbeugenden medizinischem
Effekt auf das gesamte Muskel-Skelett-System gesehen werden.
Optimale Krafttrainingsgeräte sind unsere Kraftmaschinen und
Hanteln.
Motivationstechniken, mit denen es
leichter fällt, das Workout durchzuhalten:
Das Ziel vor Augen haben
Stellen Sie sich vor, was für einen tollen Körper Sie mit der Zeit
bekommen werden. Bildlich. Und helfen Sie der Vorstellungskraft auf
die Sprünge: zum Beispiel mit einer alten Aufnahme, die Sie mit
Wunschgewicht zeigt und die an den Kühlschrank geklebt wird. Oder,
falls Sie eine Trekkingtour planen, mit einem Poster der Berge in
Nepal, das über den Schreibtisch kommt.
Alles geben
Was immer am Anfang nötig ist, damit Sie Ihren Trainingsplan
einhalten - tun Sie es ohne Hemmungen! Ein neuer Jogginganzug ist
erlaubt, wenn er das ist, was Ihnen den Start leichter macht. Nach
ein paar Mal Training wird Ihnen das Workout schnell in Fleisch und
Blut übergegangen sein. Und wenn Sie soweit sind, dass Sie das
Training vermissen, dann spielt die Motivation sowieso keine Rolle
mehr.
Überredungskünste anwenden:
Das Selbstvertrauen liegt mit blauen Flecken am Boden? Sie werden
das Programm nicht durchstehen können? Nie im Leben? O.k., jetzt
hilft nur der Griff in die Trickkiste. Übertönen Sie die innere
Stimme, die am Selbstbewusstsein nagt, mit zuversichtlichen
Sprüchen. Tragen Sie ruhig dick auf. Oder noch besser. Hängen Sie
sich einen Aufkleber gut sichtbar an den Badezimmerspiegel: "Ich
schaffe das. Garantiert."
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Tipps für Ihr Wohlbefinden !
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Hustensirup: |
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Entschlackungsbad:
Auf 1 Vollbad einen halben Liter Tomatensaft (möglichst schon vorher mit Seife waschen). Auch geeignet bei Erkältungen, Körpergeruch, Diäten usw. Bei Bindehautentzündung: Dünn geschnittene, frische Tomatenscheiben auf die geschlossenen Augenlider auflegen, und mit naßem Wattepad fixieren. Achte auf Allergien ! Sirup (Verhältnisrezept): 64 Teile Zucker in 36 Teilen Wasser aufkochen und den Schaum wegfiltern. Dieser dickflüssigen Masse die Pflanzenextrakte beifügen. |
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Sechs Tips fürs richtige Kraft-Training an Geräten Achten Sie beim Training (an Maschinen oder mit Hanteln)
vor allem auf folgende Punkte: Viele Wiederholungen statt schwere Gewichte Wer kleine Gewichte nimmt und jede Übung möglichst oft macht (3mal 20 Wiederholungen), tut mehr für die Figur: Das Fettgewebe wird wirksamer abgebaut, die Muskeln werden schneller gestärkt. Mit kleinen Gewichten fällt es Ihnen auch leichter, die Kraftübungen langsam und korrekt auszuführen. Weiche, fließende Bewegungen sind nämlich das A und O. Und trainieren Sie beide Arme und Beine gleichmäßig! Also immer die gleiche Anzahl an Wiederholungen machen, auch wenn Sie mit der "Schokoladenseite" ohne weiteres mehr schaffen würden. |
Aerobic mit Hüftschwung
Auch wenn's nicht danach aussieht: Das ist Sport! Salsa bahnt sich als "Salsarobic" seinen Weg in die Fitneß-Szene.
| Nicht nur beim Make-up und in der Mode ist der Latin-Style Trend: Auch in den Fitneß-Studios setzt sich Südamerikanisches durch. Immer häufiger sind in Sport-Tempeln Salsa-Rhythmen statt stampfender Beats zu hören. Man braucht allerdings weder einen Partner noch das neueste Latino-Sport-Dress, um sich mit Mambo-Schritt und Hüftschwung übers Parkett zu bewegen - die normalen Sportklamotten tun's auch. Aerobic-Erfahrene werden die meisten Schritte wiedererkennen - aber doch anders aneinanderreihen. |
Salsarobic, Latin-Step und Tango
| "Salsa lädt dazu ein, eine Bewegung je nach Lust und Laune zu variieren", sagt Oscar Tela. Aerobic-Trainer wie der Argentinier brachten die Rhythmen ihrer Heimat in Studios rund um die Welt. Sie haben "Salsarobic" ebenso ersonnen wie "Latin-Step", als Alternative zum üblichen Step-Aerobic nach Techno-Sound. Auch wenn "Salsarobic" bisher nur in wenigen Studios angeboten wird - die Mischung aus Tanz und Aerobic ist im Kommen. |
Tanzen: Fitneßprogramm mit Spaß
Genau wie das Tanzen als Fitneß-Programm. "Dance-Aerobic" und auch Flamenco-Kurse gibt's zum Teil sogar schon in Sportvereinen. Vielen Fitneß-Fans fällt's in den ersten Stunden ein wenig schwer, sich auf die ungewohnten Bewegungen einzulassen. Ein bißchen üben, und dann macht's einfach nur noch Spaß!
Wenn Sport zur Sucht wird:
"Ich brauche diesen ständigen Kick"
Bewegung macht Spaß und ist gesund. Aber manche Menschen werden
richtig abhängig davon. Sie trainieren jeden Tag stundenlang bis zur
Erschöpfung, egal, was passiert. Vor allem junge Frauen sind
betroffen. Dazu: Wo es Hilfe gibt
Drei Stunden Aerobic, ohne Pause - normalerweise ist man danach
erledigt, sehnt sich nur noch nach einem heißen Bad und einem Bett.
Nicht so Susanne, 30 Jahre alt. Die geht jetzt an die Kraftgeräte
und stemmt Gewichte, eine Stunde lang. Oder sie stellt sich auf
einen Stepper und trainiert mit der höchsten Schwierigkeitsstufe.
Und dann fährt sie auch noch 30 Kilometer mit dem Rad. "Es gibt
Tage, da bin ich einfach nur im Eimer", sagt sie. "Der Körper will
zu Hause bleiben, der Kopf sagt: Nein! Mach weiter!" Ohne Training
würde Susanne nämlich, wie sie einräumt, mittlerweile richtig
"abdrehen".
Susanne ist süchtig, ihre Droge heißt Sport. Susanne ist kein
Einzelfall, es gibt viele wie sie. In den amerikanischen
Fitneßstudios haben sie längst einen Namen: "Permanent residents",
ständige Bewohner, sagt man zu ihnen. Auch deutsche Studioleiter
beobachten unter ihren Kunden solche Fitneß-Maniacs, für die das
Center zum zweiten Zuhause geworden ist. Die meisten sind Frauen.
Noch gibt es keine wissenschaftlichen Untersuchungen über die neue
Zeitkrankheit Fitneßsucht. Experten meinen jedoch, daß die Zahl der
Betroffenen wächst.
Fit und schlank gleich sexy, erfolgreich und glücklich?
Sport - eine Krankheit? Das klingt ungewohnt. Wird doch überall
propagiert, daß Bewegung Spaß macht, gesund ist, Erfolgserlebnisse
schenkt. Das stimmt ja auch. Und wer das Joggen anfängt oder sich in
einem
Fitneßstudio anmeldet, wird davon nicht gleich krank. Doch die
Center sind zugleich eine ideale Arena für den Leistungs- und
Körperkult der Neunziger. Fit und schlank gleich sexy, erfolgreich
und glücklich, wird uns suggeriert. Und so hängt bei immer mehr
Frauen das Selbstwertgefühl vom Gewicht ab. Also auf zum
Bodyshaping,
Bodystyling, Bodybuilding, Body-Check!
Dieser ständige Kampf um den idealen Körper kann außer Kontrolle
geraten, besonders bei Menschen, die anfällig sind für Eßstörungen.
Experten sprechen bereits von Sport-Bulimie und Sport-Anorexie (=
Magersucht).
"Die Kalorienanzeiger an den Fitneßgeräten verführen ganz schnell zu
dem Gedanken: Klasse, jetzt habe ich mir gerade die Tafel Schokolade
abgelaufen. Manchmal verselbständigt sich das Ganze, und man
trainiert nur noch, um Kalorien zu verbrauchen", sagt Susanne. Bei
der Sport-Bulimie wird jeder Freßanfall mit zusätzlichem Training
"geahndet". Sport-Magersüchtige übertreiben es auch deshalb mit
Aerobic und Laufen, weil sie glauben, weniger Gewicht bringe mehr
Leistung (was nicht stimmt).
Liebe? Freundschaften? Der Sport ist wichtiger
Wann die Freude am Sport zur Sucht wird - diese Grenze ist schwer
zu ziehen. Liegt es vielleicht an den Endorphinen, den körpereigenen
Glücksstoffen, die bei Anstrengung ausgeschüttet werden? "Runners
High" nennen Läufer diesen Zustand, in dem sie die Welt vergessen
könnten. Er stellt sich nach ungefähr einer Stunde Ausdauersport wie
etwa Joggen oder sehr viel schneller bei intensiver Anstrengung ein.
Manuela, 26, gönnt sich das Gefühl so oft wie möglich: "Ich brauche
diesen ständigen Kick", sagt sie. Bis zu elf Stunden pro Woche tobt
sich die kräftige junge Frau im Studio aus: Masterclass-Aerobics,
Technorobics, Super-Sweat. Manuela ist ein Endorphin-Junkie. Laut
muß es sein, schnell muß es sein, ausflippen muß sie können. Ist die
Musik zu leise, kriegt sie schlechte Laune: "Dann ist es, als
drehten die mir den Fun weg."
Die Bio-Droge Endorphin allein, da sind sich die Experten einig,
macht weder psychisch abhängig, noch schädigt sie den Körper. "Von
Sucht kann man sprechen, wenn jemand sein Pensum nicht mehr
einschränken kann oder die Dosis sogar steigern muß. Wenn der Sport
zum wichtigsten Lebensinhalt und zum Ersatz für die Befriedigung
psychischer Bedürfnisse wird und wenn Entzugserscheinungen
auftreten, zum Beispiel schlechte Laune oder Lustlosigkeit", sagt
der Offenbacher Psychologe und Suchtexperte Werner Gross.
Soziale Vereinsamung droht
Werden Ermüdungserscheinungen des Körpers einfach ignoriert, ist
das eindeutig ein Alarmsignal. Susanne etwa hat seit Monaten eine
Achillessehnenreizung, trainiert aber dennoch soviel wie sonst auch.
Und sogar mit Fieber oder Magenschmerzen geht sie zum Sport. Auch
für Manuela war ein verletzter Fuß kein Grund zum Ausruhen: "Von der
Spritze zum Sport, ich hatte ja ein Schmerzmittel", erzählt sie
locker. Wenn jemand über lange Zeit so mit sich umgeht, ist
frühzeitiger Verschleiß von Knochen, Bändern und Sehnen
programmiert. Bei Frauen, die zusätzlich an Magersucht oder Bulimie
leiden, kann durch den exzessiven Sport der Körperfettanteil extrem
absinken. Mögliche Folgen sind Hormonstörungen bis hin zum
Ausbleiben der Menstruation und Knochenschwund. Und auch die Seele
leidet. Wer jeden Tag neben der Arbeit noch ein mehrstündiges
Sportprogramm durchziehen "muß", vereinsamt unmerklich. "Ach, du
hast ja bestimmt sowieso wieder keine Zeit" - diesen Satz kennt
Susanne von ihren Freunden nur zu gut.
Bei Sylvia ist durch den Sport bereits eine Liebesbeziehung
zerbrochen. Seit 15 Jahren läuft die 34jährige mindestens 60 Minuten
und schwimmt eine halbe Stunde - jeden Tag. Sie macht keine
Ausnahme, egal, was passiert. Zweimal die Woche geht sie zum
Flamenco-Kurs, sie nimmt außerdem an 15-Kilometer-Läufen und
"Mini-Triathlons" teil und absolviert zweimal jährlich einen
Marathon. Die schlanke Frau liebt ihren Sport. Er hilft ihr, wie sie
sagt, gegen den Streß und ihre irrationale Angst vor dem
Dickerwerden. "Kann ich mal einen Tag nicht laufen, bringt mich das
total aus der Fassung. Manchmal wünsche ich mir, daß aus dem
täglichen ,Ich muß? einmal ein gelassenes ,Ich kann? wird."
Der schlanke Körper beweist Selbstkontrolle
Ähnlich ist es bei Julia. 15 Minuten auf dem Fahrrad, 30 Minuten
auf dem Stepper, 15 Minuten auf dem Band, zum Abschluß 60 Minuten
Krafttraining. Dieses Ritual zieht die 26jährige dreimal wöchentlich
durch. Allein der Gedanke, es zu verändern, macht ihr angst. Sport
ist für Julia ausschließlich ein Mittel zum Zweck. Er verhilft ihr
zu dem schlanken Körper, mit dem sie beweisen kann, wie gut sie sich
im Griff hat.
Julia leidet an Magersucht und Bulimie. In ihren Hungerphasen wiegt
die 1,77 Meter große Frau 47 Kilo. Dann fühlt sie sich "schön" und
zeigt sich gern im Studio, auch wenn das immer gleiche Programm ihr
niemals Spaß macht. Hat sie wieder Freßanfälle, traut sie sich nur
"ungern unter diese Leute", wie sie sagt. Dann wiegt sie 51 Kilo und
versucht, sich jede Kalorie auf dem Stand-Fahrrad vom Leib zu
treten. Vier Kilo, die über Glück und Unglück entscheiden. Erst,
wenn sie abgehungert und abtrainiert sind, fühlt Julia wieder Boden
unter den Füßen.
Für sie ist die Kontrolle über ihren Körper besonders wichtig in
einer Zeit, in der keine Beziehung, kein Job mehr verläßlich ist:
"Beim Sport kann ich wenigstens ein Ergebnis vorweisen, kann sicher
sein, daß ich mein Soll erfülle. Das hilft mir - vor allem, seit ich
vor einigen Monaten arbeitslos geworden bin."
Sport als Komplize der Magersucht oder Bulimie
Zwar kann Sport für Eßgestörte auch eine Hilfe sein, "ihnen die
Möglichkeit geben, eine gesunde Beziehung zum eigenen Körper zu
erlangen", wie es die Sportwissenschaftlerin Monika Thiele aus
Bremen beschreibt. So gibt es Frauen, die mit Hilfe des Sports erst
zu normalem Essen gefunden haben. Sie haben erkannt, daß ein
leistungsfähiger Körper Nahrung braucht, und sie haben ein Gefühl
dafür bekommen, was ihnen in welchen Mengen guttut.
Andererseits ist nicht untersucht, wie viele Freizeitsportlerinnen
den Sport als unverzichtbaren Komplizen ihrer Magersucht oder
Bulimie mißbrauchen. Nach einer britischen Studie zeigen dort bis zu
60 Prozent der Frauen, die sich aktiv mit Fitneß und Sport
beschäftigen, ein gestörtes Eßverhalten. In Wettkampfsportarten wie
Turnen oder Rhythmischer Sportgymnastik hat jede vierte Athletin, so
eine Untersuchung aus Deutschland, eine massive Eßstörung. "Schlank"
turnt es sich leichter, bei jedem Pfund zuviel droht Punktabzug.
"Schlank" läuft es sich auch besser. Und so ist besonders für
Amateur-Läuferinnen ohne professionelle Betreuung die Gefahr groß,
eine Eßstörung zu bekommen. Je weniger Pfunde "mitlaufen", desto
leistungsfähiger fühlen sich die Sportlerinnen. Und der Körper macht
erstaunlich lange mit - trotz Untergewicht.
Auch die Lust auf Sex wird abgestrampelt
Dr. Frauke Hofert, sportmedizinische Betreuerin im "Gym Sport
Club Hamburg", sieht nicht weg, wenn ihr auffällt, daß eine Frau
sich immer wieder überanstrengt oder deutlich zuwenig Körperfett
hat. "Trainingsberatung und Body-Check im Studio sind wichtig. Aber
wir müssen auch darauf achten, daß Sportlerinnen nicht die Kontrolle
verlieren und in die Magersucht abrutschen. Denn die Betroffenen
selbst können diese Grenze oft nicht wahrnehmen."
Die Ärztin zieht solche Frauen behutsam ins Gespräch und informiert
sie über die Risiken von zuviel Sport. Sie sagt ihnen, daß sie auf
Dauer nicht nur Fett verlieren, sondern auch Muskeln. Daß sie sich
bald nicht mehr leistungsfähig, sondern schlapp fühlen werden. Daß
sie Pickel und Falten bekommen können und daß man sich auch die Lust
auf Sex geradezu "abstrampeln" kann.
Den Leistungswillen aufs Abnehmen übertragen
So ein Gespräch zur richtigen Zeit hätte vielleicht auch Sandra
geholfen. Bis zu ihrem 25. Lebensjahr war sie
Hochleistungssportlerin im Alpin-Ski. Sie trainierte Tag für Tag bis
zur Erschöpfung, lief mit Gipsarm, mit einem kaputten Meniskus, mit
Schnupfen oder Bänderzerrungen. Bis eine Hüftoperation ihre
Sportkarriere beendete.
Das war die Wende. Innerhalb von sechs Monaten hatte sie eine
ausgeprägte Magersucht: "Ich übertrug meinen krankhaften
Leistungswillen ganz einfach auf das Abnehmen." Heute lebt Sandra in
einer therapeutischen Wohngruppe. Fitneßtraining ist für sie zur
Zeit verboten. Als angehende Ärztin kennt sie die Hintergründe ihrer
Krankheit sehr genau und hat den festen Willen, gesund zu werden.
Doch wenn sie mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, versucht sie immer
noch, jeden Tag eine Sekunde schneller zu sein. Dabei wünscht sie
sich nichts sehnlicher, als den Zwang zu überwinden: "Irgendwann
möchte ich fähig sein, beim Radfahren die Vögel zu hören. Irgendwann
möchte ich einfach nur den ruhigen Rhythmus des Tretens genießen
können. Ohne den schwersten Gang einlegen zu müssen."
Anlaufstellen, die weiterhelfen:
Regionale Beratungsstellen, z.B. für Eßgestörte (Telefonbuch).
Psychotherapie-Informations-Dienst (PID)
Am Köllnischen Park 2
10179 Berlin Tel.: 030 / 2 09 16 63 30
web: www.psychotherapiesuche.de
E-Mail: pid@dpa-bdp.de
Persönliche Beratung
Mo + Di 10 - 13 h + 16 - 19 h
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